Geschichte


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Die akademische Verbindung „Landsmannschaft Onoldia“ wurde im Jahre 1863 in Altdorfgegründet. Damals waren studentische Vereinigungen größtenteils verboten (wegen der studentischen Unruhen von 1848), weshalb sie meist im „Untergrund“ existierten. Aus dieser Zeit stammt unser damaliges Wappen, hier wurde Kneipe & Exkneipe gefeiert und schließlich noch ein paar Erinnerungen an Altdorf von den letzten Seminaristen.

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Die AV L! Onoldia Altdorf gegründet im Juli 1863 zählt somit zu den ältesten noch heute bestehenden Verbindungen überhaupt. Allerdings hieß sie anfänglich nach dem Wirt Eckstein in der oberen Türkengasse. „Die Mittelfranken nannten ihre Verbindung zunächst „Eckstania“. …Als äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit fungierten ein violett-weiß-violettes Band, einheitliche Bierkrüge und lange Pfeifen. … Wahrscheinlich war das Verbindungsleben auch ausgestaltet durch gemeinsame Pflege der Musik, denn mehrmals hören wir von einem Dirigenten der Onoldia.“

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Die im Namen enthaltene Charakteristik „Landsmannschaft“, bezieht sich auf die landsmannschaftliche Gliederung der damaligen Lehrerseminaristen, die aus Mittelfranken, Mainfranken und Schwaben nach Altdorf kamen.

Hier der zugehörige Link www.paed1.ewf.uni-erlangen.de/ka_430LE.htm
und zur Sicherheit nochmal als PDF

Ein knappes Jahr danach schlossen sich auch die anderen Stammesangehörigen zu Landsmannschaften zusammen. So entstanden im Jahre 1864: die „Suevia“, Landsmannschaft der Schwaben, die „Frankonia“, Landsmannschaft der Unterfranken und die „Regonia“, Landsmannschaft der Oberpfälzer. „Die Scheidung zwischen den einzelnen Landsmannschaften war schon damals eine äußerst reinliche.

Es kam selten vor, daß ein Schwabe bei den Mittelfranken oder ein Unterfranke bei den Schwaben aufgenommen wurde und doch, oder gerade deshalb herrschte zwischen den einzelnen Landsmannschaften ein herzliches Verhältnis, das oft zu gegenseitiger Unterstützung, zu Einladungen und gemeinsamen Unternehmen führte.

„Onold ja“ ist abgeleitet von „Onoldsbach“, wie Ansbach früher hieß. Im Bezirk Mittelfranken, dessen Regierungssitz Ansbach noch heute ist, wurden die Seminaristen nach abgeschlossenem Studium angestellt.

 AltdorfUni

Information über die Lehrerbildungsanstalt Altdorf (1824-1924)

Die Gebäude wurden zur Aufnahme des 1526 in Nürnberg gestifteten und 1575 nach Altdorf verlegten Gymnasiums errichtet. Die Institution wurde bereits 1578 durch Kaiers Rudolph II. mit den Rechten einer „Academie“ ausgestattet, 1622 zur Universität erhoben. Die Universität bestand bis 1809. Nach der Auflösung der Altdorfer Uni wurden nicht nur die verbliebenen Studenten in die Erlanger Universität eingegliedert, sondern ? 1818 ? auch die gesamte Altdorfer Universitätsbibliothek …

Das Königlich-Bayerische Lehrerseminar

Vor dem 19. Jahrhundert war Lehrer ein Nebenberuf unter Aufsicht der Ortsgeistlichen; bewerben mochte sich, wer nur selbst lesen, schreiben und rechnen konnte. Erst 1809 entschloss sich das neue Königreich Bayern zu einer staatlich organisierten Lehrerbildung. Für unseren Raum oblag es dem Kgl. Lokalschulrat und berühmten Philosophen Hegel, zunächst in Nürnberg ein solches Seminar einzurichten. Schon 1824 wurde es aber aus der Großstadt nach Altdorf verlegt. Man fand so für das leer stehende Kollegienhaus (die Universität war 1809 geschlossen worden) eine gute neue Nutzung. Und die Pfarrer, die man als Rektoren berief, konnten ihre Zöglinge hier auch leichter überwachen, – ein Leben fast wie in einer Kaserne.

Lange war allein Altdorf zuständig für protestantischen Lehrernachwuchs in Bayern! Die katholischen Lehrer Mittelfrankens wurden in Eichstätt ausgebildet. Noch 1912/13 hatte man das alte Haus um einen großen Neubauflügel für das Internat erweitert. Doch 1924 war dann plötzlich Schluss: Das Altdorfer Seminar wurde aufgelöst. Nachfolger wurde die 1843 von Altdorf aus gegründete Lehrerbildungsanstalt Schwabach.

So existierte das „Königlich-Bayerische Schullehrerseminar Altdorf“ genau hundert Jahre!

Anschließend erwarben die Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission die ehemalige Universität. Körperbehinderte Menschen wurden in verschiedenen Berufen ausgebildet, eine orthopädische Klinik eingerichtet. Die Klinik wurde inzwischen nach Rummelsberg verlegt. Im Wichernhaus Altdorf leben und lernen heute zahlreiche Kinder und Jugendliche die auf Hilfe angewiesen sind.

gefunden auf www.altdorf.de

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Damals als die Wege – ohne moderne Verkehrsmittel – war es für die Altdorfer Studenten üblich in der Vorweihnachtszeit den Christkindlesmarkt in Nürnberg zu besuchen, um etwaige Geschenke für Freunde, Verwandschaft oder ganz einfach noch auf einen Umtrunk mit seinen Komilitonen zu machen. So haben auch die Altdorfer Studenten ihren Anteil an der Entstehung des studentischen Thomastags in Nürnberg im 19. Jahrhundert, der auch heute noch an einem Wochenende vor Weihnachten (seltsamerweise aber niemals am 21. Dezember, was auf eine Regelung des CDA zurückgeht) statt findet.

Einem Bericht zufolge tauchte ein „Philisterverband Onoldia“ bereits im Jahre 1904 auf. Er hatte seinen Sitz in Nürnberg.

1907 gaben sich die Onolden das dreifarbige Burschenband violett-gold-grün

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und den Wahlspruch

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Im Mai 1922 wurde auch der Hauptsitz der Altdorfer Aktivitas nach Nürnberg verlegt. 9.8.1922 Gründung des „Kitzinger Kartells farbentragender Lehrerverbindungen“ mit Frankonia Altdorf. 1925 Nach Aufnahme der Suevia Altdorf in das Kartell, Umbenennung in „Deutsches Lehrerkartell“. 1926 Aufnahme von Pädagogia Eichstätt, Pädagogia Bayreuth und Pädagogia Bamberg, letzte Umbenennung in „Ring deutscher Lehrerverbindungen“.


Alles ging gut bis zum Jahre 1935. Wir zogen ein letztes Mal anläßlich einer großen Kundgebung in voller Wichs zum Hauptmarkt in Nürnberg. Dann wurde die Auflösung aller Studentenverbindungen durch die Nationalsozialisten angeordnet. Hierzu ein Link Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Studentenverbindungen#Drittes_Reich

In einem Kneipbuch (Zur Dokumentation von Veranstaltungen und Teilnehmern) kann man sehen wie so mancher Onolde seine Zweifel, Vorahnungen, Angst und Kritik zur kommenden nationalsozialistischen Herrschaft äußert.

Unsere gesamte Ausrüstung, die im Keller des Deutschen Hofes lagerte, war Bomben und Plünderungen zum Opfer gefallen.


Zum ersten Onoldentreffen im kleinen Kreis kam es im Jahre 1950. Es folgte am 27. Dezember 1950 eine OnoldenZusammenkunft im Deutschen Hof zu Nürnberg. Dort wurde verfügt, alle weit und breit im Lande verstreuten Onolden zwecks Wiederaufrichtung des Bundes zu sammeln. Dies konnte mit Erfolg geschehen, denn fast ausnahmslos folgten Onoldias Brüder gern dem Ruf. Alte und älteste Semester setzten sich ans Präsid; denn die Jugend fehlte noch. Aber auch sie kam. 1.10.1954 Erneuerung am Lehrerseminar Schwabach
Mit der Eingliederung der Pädagogischen Hochschule in die Universität Erlangen-Nürnberg im Jahre 1958 vollzog sich innerhalb unserer Verbindung ein Wandel. Ab 14.6.1958 waren wir an der neuen Pädagogischen Hochschule der Universität Erlangen präsent.

Aus der „reinen“ Lehrerverbindung wurde eine Verbindung, deren Mitglieder den verschiedensten Studienrichtungen unserer Universität angehören.

Zum 100jährigen Stiftungsfest ist die Onoldia dem Schwarzburgbund (SB) beigetreten.

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Im Jahre 1969 zogen wir in unser jetziges Heim, den „Onoldenturm“. Hier findet der größte Teil unserer Veranstaltungen statt. Er steht jedem von uns das ganze Jahr über offen. Ob ernsthafte Aussprache oder einfach eine nette Runde mit Freunden und Bekannten, ob Geburtstagsfeier oder zünftiger Schafkopfabend, unser Turm mit seinen gemütlichen Räumen ist stets ein beliebter Treffpunkt.

 

Selbstverständlich sind, von sehr wenigen Ausnahmen (reine Mitgliederversammlungen, wie in jedem anderen Verein auch) abgesehen, auch unsere Freundinnen, Frauen, Freunde und Bekannte bei allen Veranstaltungen gern gesehene Gäste.

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Die ausführliche Geschichte der Onoldia

Anmerkung:
Der Text stammt aus der Festschrift zum 100-jährigen Stiftungsfest 1963 von Georg Schmid
Die wörtlich angeführten Auszüge sind entnommen der Ringzeitung (B Bbr. Leo Beyer, ch = Schriftführer d. R.),
einer Festschrift aus dem Jahr 1924 (L Bbr. Heinrich Loy) und unserem Mitteilungsblatt (Z Fritz Zwanziger).